Narrenzunft Mühringen e.V.
Fasnet in "Krattenmacherhausen"
Die Mühringer Fasnet wird durch historische Quellen bis weit ins 18 Jahrhundert belegt.
So erlaubte das Obervogteiamt Hohen-Mühringen 1801 am Donnerstag vor Fastnacht einen Krämermarkt durchzuführen. Um 1900 hielten die Vereine Fasnachtsbälle und Umzüge ab. Auch die jüdischen Mitbewohner feierten im selben Zeitraum das Purim Fest.
Mühringen, im romantischen Eyachtal gelegen, wurde früher auch als „Krattenmacherhausen“ bezeichnet. An der Eyach wuchsen Weiden, die die Korbmacher verarbeiteten und als Kratten (Körbe) verkauften.
Anfang der 1950er Jahren gründeten sechs Mühringer und zwei Mühringerinnen den Narrenrat bzw. die Narrenzunft.
Narrenrat 1952
Nach über 70 Jahren hat sich die Fasnet der Krattenmacher immer wieder ihrem aktuellen Umfeld angepasst:
Start in die fünfte Saison ist das traditionelle Maskenabstauben am Dreikönigstag.
Daraufhin wird der Narrenbaum gestellt und die närrische Dorfdekoration angebracht.
Mit Kappenabenden im Gasthaus Lamm oder in Vereinsräumen bereiten sich die Mühringer Närrinnen und Narren langsam, aber sicher auf die närrische Hochphase vor.
Am Schmotzigen Donnerstag gehen die Narren in den Kindergarten und in die Nordstetter Grundschule und „befreien“ die Kinder.
Abends wird der Ortsvorsteher liebevoll genötigt die Schlüsselgewalt für das Rathaus an die Narren zu übergeben, was anschließend mit närrischem Treiben im Ort gebührend gefeiert wird.
Am Fasnetssamstag findet die traditionelle Bürgerfasnet in der Gemeindehalle statt: selbstgemachtes Programm mit Lokalkolorit z.B. der Fasnetspredigt durch den Dorfbüttel, Musik mit Show und Tanz bis in die späte Nacht.
An den darauffolgenden Tagen wecken musikalische Gruppen die Bürger in den Morgenstunden und machen sich auf zum Kinderumzügle mit anschließender Kinderfasnet. Wie es die Vereinsgründer vor über 70 Jahren vorsahen, erhalten die Kinder als Narrensamen eine Wurst und einen Wecken mit Getränk.
Am Fasnetsdienstag Abend wird die Fasnet verbrannt – die Fastenzeit beginnt.
Jeder echte Narr weiß, bis Dreikönig im nächsten Jahr „isch’s nemme weit – `s goht dagega“.
Getreu dem Motto „jedem zur Freud – niemand zum Leid“ pflegen die Mühringer Krattenmacher die Tradition nach dem Motto „wir bewahren das Feuer und nicht die Asche“. Deshalb ist die Pflege der Fasnetstradition fortwährendes, behutsames Anpassen in der aktuellen Lebenswirklichkeit.
Die Narrenzunft Krattenmacher Mühringen war 1968 eine von 8 Gründungszünften des Närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu und veranstaltete die Ringtreffen 1977 und 2018.
Ebenso sind wir Krattenmacher stolz darauf, Teil des immateriellen Kulturerbes der UNESCO sein zu dürfen:
Die deutsche UNSECO Kommission hat im Dezember 2014 die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht zum nationalen immateriellen Kulturerbe ernannt. Laut der Kommission verbindet die Pflege und Weiterentwicklung unseres fastnächtlichen Brauchtums regionales Wissen, Kunsthandwerk und Laienkreativität. Die Fasnet fördere den Ausdruck von Emotionen und wirke als generationsübergreifendes Gemeinschaftserlebnis mit sozialer und integrativ wirkender Funktion, so die Kommission.
Neben der Geschichte der Fasnet in Krattenmacherhausen ist diese Auszeichnung sowohl Anerkennung als auch Auftrag für uns.
Narri – Narro und Kratten – Macher
Ringtreffen 1977 Umzug